Über 126 000 Impfungen

Kreisimpfzentrum Heilbronn schließt mit positiver Bilanz

Nach 252 Tagen und 126 539 verabreichten Impfungen hat gestern, 30. September, das Kreisimpfzentrum Heilbronn (KIZ) in der Horkheimer Stauwehrhalle seinen Betrieb eingestellt. „Das KIZ war ein wichtiger Ort der Hoffnung und unsere wichtigste Säule in der Bekämpfung der Pandemie. Es war die effektivste Organisationsform, um schnell sehr viele Menschen zu impfen“, zieht Oberbürgermeister Harry Mergel eine positive Bilanz. „Aufbau und Betrieb des KIZ waren eine großartige Gemeinschaftsleistung, allen Beteiligten bin ich dafür außerordentlich dankbar.“

Neben Ärztinnen und Ärzten, medizinischen Fachangestellten, Rettungssanitätern, Verwaltungspersonal, Sicherheitsleuten und Reinigungskräften haben auch rund 120 Ehrenamtliche den Betrieb unterstützt. „Dieses Engagement aus der Bürgerschaft war sehr beeindruckend“, freut sich Bürgermeisterin Agnes Christner. „Es hat enorm dazu beigetragen, dass sich die Besucherinnen und Besucher des Kreisimpfzentrums gut aufgehoben fühlten.“ So haben die Ehrenamtlichen etwa bei der Orientierung, bei mobilen Einschränkungen oder beim Ausfüllen der Anamnesebögen geholfen. Mit einem kleinen Fest im Deutschhof-Innenhof hat sich die Stadt gestern bei ihnen für ihren Einsatz bedankt.

Eröffnet wurde das KIZ am 22. Januar, als der Impfstoff noch sehr knapp war. So konnten zu Beginn nur 76 Impfungen pro Tag und das auch nur an zwei Tagen pro Woche durchgeführt werden. Knapper Impfstoff prägte auch den Februar, bis die Impfkampagne im März allmählich an Fahrt aufnahm und bereits 11 061 Impfungen verabreicht werden konnten. In den Monaten April bis Juli erreichte die Zahl der Impfungen dann ein sehr hohes Niveau. Stärkster Monat war der Mai mit insgesamt 22 929 Impfungen, gefolgt vom April mit 20 958. Mit 1170 Impfungen allein im KIZ in der Stauwehrhalle wurde der Rekord am 4. Juni erzielt. Damit wurde die vom Land anvisierte Zahl von 840 Impfungen pro Tag im KIZ im Zweischichtbetrieb von 10 bis 20 Uhr und bei Öffnung von fünf Impfstraßen bei weitem übertroffen.

Vom KIZ-Team organisiert wurden aber auch die Impfungen im Impfbus Heilbronn sowie Sonderaktionen wie das Drive-in-Impfen auf der Theresienwiese und das Impfen in den Stadtteilen und Schulsporthallen, die ebenfalls in die Gesamtbilanz von 126 539 Impfungen eingeflossen sind. Besonders erfolgreich war die Drive-in-Impfaktion am 3. Juli, bei der sich 1231 Menschen einen Piks abholten. Im Impfbus Heilbronn ließen sich bis zum 30. September 11 248 Menschen impfen. Der Rekordwert wurde am 30. September mit 347 Impfungen erreicht.

Trotz der Vielzahl an Impfungen gab es insgesamt nur bei vier Besucherinnen und Besuchern Impfreaktionen, die vor Ort eine ärztliche Behandlung erforderlich machten. Nur ein Besucher musste stationär weiterbehandelt werden.

Die medizinische Leitung des KIZ hatte der Sprecher der Heilbronner Kreisärzteschaft, Dr. Martin Uellner. Für den Fortgang der Impfkampagne sieht er die niedergelassenen Ärzte gut gerüstet. „Es war gut, dass es mit den Kreisimpfzentren angefangen hat, sonst wäre das nicht zu regeln gewesen. Nun können aber auch die Arztpraxen die Nachfrage bewältigen.“ Aufgrund der anhaltend hohen Infektionszahlen appelliert Uellner an alle, die noch keinen Impfschutz haben, sich impfen zu lassen. „Unsere Erfahrungen mit den Impfstoffen sind so gut, dass die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs viel größer ist als die Nebenwirkung.“

Für die operative Betriebsleitung war die Heilbronn Marketing GmbH verantwortlich. Dessen Geschäftsführer Steffen Schoch blickt mit Wehmut und Stolz zurück. „Gemeinsam mit dem Team vor Ort haben wir sehr viel erreicht.“

Vereins- und Schulsport bald wieder in Stauwehrhalle möglich

 Sofort nach der Schließung des KIZ beginnt der Rückbau. „Spätestens am 18. Oktober, möglichst aber schon einige Tage früher wollen wir die Halle den Schulen und Vereinen wieder für den Sportbetrieb zur Verfügung stellen“, verspricht Karin Schüttler, Leiterin des Schul-, Kultur- und Sportamts. Dazu werden alle Sondereinbauten für das KIZ wie die fünf Impfstraßen und der Boden demontiert. Außerdem abgebaut wird die EDV-Ausstattung, die teils von den beiden Mobilen Impfteams, die bei den SLK-Kliniken am Gesundbrunnen angesiedelt sind, weiterverwendet wird. Weitere Verwendung finden dort auch der Ultratiefkühlschrank, die Kühlschränke, das Impfzubehör, ein Teil der Schutzausrüstung sowie der verbliebene Impfstoffbestand. Die gesamte Impfdokumentation geht ans Sozialministerium Baden-Württemberg. Abschließend steht eine Grundreinigung der Halle und der Küche an.

Anlaufstellen für Impfwillige

 Nach der Schließung der Kreisimpfzentren sind die niedergelassenen (Haus-)Ärzte sowie die Kinder- und Jugendärzte die ersten Anlaufstellen für Impfwillige. Eine frühzeitige Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Denn nur so können die Praxen die entsprechenden Impfstoffmengen bestellen und Termine bündeln. Wer keinen (Haus-)Arzt hat, kann sich auf der städtischen Webseite www.heilbronn.de/coronavirus über die Heilbronner Corona-Schwerpunktpraxen informieren. Einen überregionalen Überblick bietet die Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg www.kvbawue.de.

Weiterhin fährt auch der Impfbus Heilbronn viel besuchte Orte im Stadtgebiet an. Nach einer kurzen Wartungsphase geht er ab Mittwoch, 6. Oktober, wieder auf Tour. War der Bus bislang eine mobile Außenstelle des Kreisimpfzentrums Heilbronn, ist dann die Heilbronner Ärzteschaft für die Impfungen verantwortlich, organisatorisch unterstützt vom Schul-, Kultur- und Sportamt.

Übergabe: Nach der Schließung des Kreisimpfzentrums Heilbronn übergibt dessen bisheriger operativer Leiter Steffen Schoch symbolisch den Impfbus an Dr. Martin Uellner, Sprecher der Kreisärzteschaft Heilbronn. Zusammen mit niedergelassenen und Honorarärzten, darunter seiner Kollegin Sylvia Bormann (l. im Hintergrund), ist Uellner künftig verantwortlich für die Impfungen im Bus. Weiter im Hintergrund (v. l.): Bürgermeisterin Agnes Christner sowie Karin Schüttler und Altin Zhegrova, beide Schul-, Kultur- und Sportamt, das den Impfbus organisatorisch unterstützt. Foto: Stadt Heilbronn

Eine Terminvereinbarung ist im Impfbus nicht notwendig. Zu einer Impfung mitzubringen sind lediglich ein Ausweisdokument und, wenn vorhanden, die Krankenkassekarte. Geimpft wird mit den Impfstoffen von Biontech und Johnsons & Johnson, Zwölf- bis 17-Jährige ausschließlich mit Biontech. Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahre ist die Einwilligung beider Elternteile und die Begleitung durch einen Erziehungsberechtigten erforderlich. Die Einsatzorte und Zeiten des Impfbusses sind unter http://www.heilbronn.de/impfbus abrufbar.

Darüber hinaus sind ab diesem Monat zwei Mobile Impfteams (MIT) beim SLK-Klinikum am Gesundbrunnen als Unterstützung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie der Betriebsärzteschaft im Einsatz. Bis Ende dieses Jahres sollen sie hauptsächlich die Auffrischungsimpfungen von immobilen Personen, beispielsweise in Alten- oder Pflegeheimen, sicherstellen. Außer für die Stadt Heilbronn sind diese beiden vom Land zugeteilten MIT auch für den Landkreis Heilbronn, den Hohenlohekreis und den Neckar-Odenwald-Kreis zuständig.

 

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